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21.10.2015 |

Immer noch ein wichtiges Thema - Borkenkäfer

borkenkaefer
Das Umweltamt informiert:

Die Gefahr des Befalls durch den Fichtenborkenkäfer ist in den vergangenen Wochen massiv angestiegen. Im Zusammenhang mit dem Fachbegriff Stehendbefallsgefahr handelt es sich dabei um den sogenannten Buchdrucker oder den Kupferstecher, der unsere heimischen Wälder befällt. Deshalb ruft das Umweltamt des Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Waldbesitzer dazu auf, auch im Oktober ihre Bestände weiterhin zu kontrollieren.

Grund sind die milden Temperaturen bis in den September hinein und fehlender Niederschlag, der das Heranwachsen einer dritten Jungkäfergeneration ermöglichte. Larvenstadium, Jung- und Altkäfer werden noch im Herbst gemeinsam im Brutbild vorgefunden. Waldbesitzer sollten daher auch nicht vernachlässigen alte Käfernester oder abgefallene Rindenreste zu kontrollieren.

Fichtenbäume und Bestände, in denen Einzelbrüche und Sturmholz verblieben sind, gelten als besonders anfällig.  Die Waldgebiete Hohwald, Polenztal, Berggießhübel, Talsperre Klingenberg und Wilisch sind nach Auswertung des diesjährigen Borkenkäfermonitorings immer noch als Risikostandorte zu bewerten.

Waldbesitzer: Jetzt Holz aufarbeiten

Es ist dringend angeraten, befallenes Holz unverzüglich aufzuarbeiten, zu entrinden oder mindestens 500 Meter entfernt vom Wald zu lagern. Auch das Verbrennen von befallenem Astmaterial  ist bei zulässiger Waldbrandgefahrenstufe sehr zu empfehlen. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erzielt bei dieser Witterung nur eingeschränkte Wirkung.

Ein Borkenkäferbefall hat folgende Erkennungsmerkmale:

  • kleinere Rindenabsprünge, abfallende Rindenteile bis großflächig ( trotz grüner Krone)
  • trockene und rot gefärbte Fichtenkronen
  • grüne Nadelteppiche unter befallenen und geschädigten Fichten
  • Harzen der Fichten beim Einbohren der Käfer als Abwehrverhalten

"Trockenstress" bei Laubbäumen

Die Niederschlagsarmut in diesem Jahr bringt ein weiteres Problem mit sich, welches besonders bei den Laubbäumen zu beobachten ist. Dies wird als sogenannter "Trockenstress" bezeichnet. Ein Schwächefaktor, der an der Braunfärbung und dem seitlichen Aufrollen der Blattränder oder an Zweigabsprüngen und verstärktem Laubabfall sichtbar wird. Diese Anzeichen können auch leicht mit Mangelkrankheiten und Pilzerkrankungen verwechselt werden.

Abwehrreaktionen wie diese sollten Waldbesitzer aufmerksam werden lassen. Auch hier rät das Umweltamt die Laubholzbestände bis in den Oktober hinein nach Laubholzkäferarten abzusuchen.

Merkmale für deren Befall sind wie bei Nadelholzbeständen gehäufte Spechteinschläge im Stammbereich, bei denen Rindenstücke herausgeschlagen werden oder sich von selbst lösen. Auch auffällige Kronenverdichtungen mit hohem Totholzanteil und Trockenästen sind typisch für dieses Krankheitsbild.

Kontakt:

Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Umweltamt
Referat Forst
Weißeritzstraße 7
01744 Dippoldiswalde
Tel.: 03501 515-3501
E-Mail: umwelt@landratsamt-pirna.de

Weitere Informationen unter: www.landratsamt-pirna.de/aktuelles-forst.html

 

 

Nachfolgend informieren wir über Borkenkäfer sowie die Krankheitsgefahr Borreliose und FSME

Borkenkäfersituation im Februar / März 

Immer wieder taucht die Frage auf, ob es denn sinnvoll wäre, Fichten mit bereits abfallender Rinde überhaupt noch aufzuarbeiten.Es sei ganz deutlich gesagt: ja, solange noch Rindenpartien am Stamm vorhanden sind, ist es sinnvoll und je eher, desto besser. Diese Aufarbeitung richtet sich vor allem gegen die noch unter der restlichen festsitzenden Rinde verharrenden fertig entwickelten Jungkäfer und den Altkäfer. Dadurch kann man verhindern, dass sie sich in den Boden zum Überwintern zurück- und sich so jeder Bekämpfungsmöglichkeit bis zum erneuten Schwärmen entziehen. Die Jungkäfer ohne Reifungsfraß sind völlig flugunfähig und können beim Rausfallen aus der Rinde den notwendigen Reifungsfraß nicht mehr durchführen. Ist jedoch die Rinde komplett vom Kronenansatz bis zum Stammfuß herunter gefallen, dann ist auch die Aufarbeitung wegen Buchdrucker nicht dringend. Allerdings können sich im Kronenmaterial Kupferstecher befinden. Das Käferholz muss spätestens bis Ende März aufgearbeitet sein, um einen Wiederausflug und Neubefall zu verhindern. Aufarbeiten heißt aber nicht nur, das Holz einzuschlagen. Wir müssen auch dafür sorgen, dass der Käfer unschädlich gemacht wird. Am günstigsten ist die rechtzeitige Abfuhr aus dem Wald ins Sägewerk. Auch eine Zwischenlagerung außerhalb des Waldes in mindestens 500m Entfernung zum nächstenFichtenbestand ist eine Alternative. Bereits im Februar nimmt die Gefahr des Befalls durch den Nadelnutzholzborkenkäfer stark zu. Der Einsatz von Insektiziden kann notwendig werden, wenn eine

rechtzeitige Abfuhr nicht möglich ist. Eine Entrindung hilft jetzt nur bedingt. Die in Entwicklung befindlichen Stadien gehen zwar unter, die fertigen Jungkäfer und Altkäfer werden aber nur zum Teil getötet. Hier sollte die Rinde möglichst verbrannt werden. Restliche Gipfelhölzer und Stammabschnitte dürfen ebenfalls nicht bis zum Frühjahr unbehandelt bleiben. Hier ist auch die Weiterverarbeitung zu Hackschnitzeln eine gute Möglichkeit.

Angesichts der angespannten Borkenkäfersituation in Fichtenbeständen ist es wichtig, dass alle Waldbesitzer möglichst umfassend über die Biologie und das Befallsverhalten von Buchdrucker und Kupferstecher informiert sind.

Nur bei guten Kenntnissen über den Schädling kann man das Befallsrisiko richtig einschätzen, rechtzeitig und mit den richtigen Maßnahmen reagieren, und so eine weitere Ausbreitung verhindern. Nachfolgend haben wir für Sie häufig auftretende Fragen und die entsprechenden Antworten zu diesem Thema zusammengetragen:

Wo überwintern Borkenkäfer?

Buchdrucker und Kupferstecher überwintern in allen Entwicklungsstadien (Larven, Puppen, erwachsene Käfer) unter der Rinde befallener Bäume.

Erwachsene Käfer ziehen sich teilweise zur Überwinterung in die Bodenstreu zurück. Allerdings ist nicht hinreichend geklärt, wie hoch dieser Anteil an Bodenüberwinterern ist und welche Faktoren dies fördert.

Sterben Borkenkäferbruten im Winter ab?

Eier und junge Larvenstadien reagieren empfindlich auf Temperaturen unter - 10 bis - 15°C über mehrere Tage hinweg. Dagegen können ältere Larven, Puppen und Käfer auch lange Kälteperioden ohne große Verluste überstehen.

Wann und unter welchen Bedingungen beginnt im Frühjahr der Käferflug ?

Buchdrucker und Kupferstecher schwärmen im Frühjahr ab Mitte/Ende April aus ihren Winterquartieren aus. Beide Käferarten fliegen bei Temperaturen ab 16,5 °C und trockener Witterung.

Schwärmen Borkenkäfer bei entsprechenden Temperaturen bereits vor April aus ?

Nein.

Es reicht nicht aus, dass die Temperaturschwelle von 16,5 °C erreicht wird - was durchaus auch im Winter vorkommen kann. Die Käfer sind dann zwar unter der Rinde aktiv, verlassen aber die Winterquartiere nicht vor Mitte/Ende April. Für Schwärmflug und Befallsaktivität muss eine bestimmte Temperatursumme erreicht sein.

Welche Bäume werden bei Stehendbefall bevorzugt?

Der Buchdrucker bevorzugt vitale Altfichten. Die ersten Pionierkäfer wählen ihre Wirtsbäume nach bisher nicht vollständig geklärten Kriterien aus bzw. fliegen sie zufällig an. Durch den beim Einbohren ausgelösten Harzfluss werden einzelne Käfer abgetötet - bei ausreichender Angriffsdichte (ca. 200 Käfer/Baum) jedoch kommt die Abwehr der Bäume zum Erliegen. Sobald sich einige Käfer erfolgreich eingebohrt haben, produzieren sie Lockstoffe für ihre Artgenossen - es kommt zum massiven Befall des Stammes.

Der Kupferstecher hat eine andere Befallsstrategie: Er reagiert auf Duftsignale geschädigter Bäume und befällt diese gezielt. Bei Massenvermehrung allerdings attackiert er auch gesunde, vitale Altfichten mit Erfolg. Besonders betroffen waren daher im Jahr 2003 Fichten mit fortgeschrittenen Trockenschäden.

Im Gegensatz zum Buchdrucker bevorzugt er normalerweise Schwachholz.

Wie erkennt man Borkenkäferbefall?

Buchdruckerbefall lässt sich bereits zu Beginn des Befallsgeschehens am Auswurf braunen Bohrmehls erkennen, das sich am Stammfuß, in Rindenschuppen, Spinnweben und auf der Bodenvegetation sammelt.

Späte (für die Bekämpfung zu späte) Befallskennzeichen sind Spechtabschläge, Abfallen der Rinde, Kronenverfärbung von unten nach oben oder Nadelverlust der Krone im grünen Zustand.

Bei Kupferstecherbefall in Altbeständen gibt es keine Möglichkeit der frühen Befallsdiagnose. Meist dauert es mehrere Monate, bis die befallenen Bäume zeichnen - die Krone verfärbt sich vom Gipfel abwärts rotbraun, die Nadeln fallen ab.Wie hoch ist die

Vermehrungsrate von Borkenkäfern?

Ein Weibchen des Buchdruckers legt im Verlauf der Vegetationsperiode 100-150 Eier ab. Rechnet man Verluste mit ein, so kann 1 Käferweibchen in Jahren wie 2003 mit 3 Jungkäfergenerationen und 2 Geschwisterbruten mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen.

Gibt es außer "sauberer Wirtschaft" noch andere Bekämpfungsmöglichkeiten?

Derzeit nicht.

Zahlreiche Bemühungen, Borkenkäfer mit Mikroorganismen (z.B. Pilzen) zu bekämpfen, sind fehlgeschlagen bzw. nicht praxisreif.

Der Einsatz von Insektiziden beschränkt sich auf waldgelagertes Holz und kann bzw. soll nur in begrenztem Umfang angewandt werden. Aufgrund der meist unvollständigen Benetzung bleibt zudem ein Restrisiko, das bei Borkenkäfer-Massenvermehrungen nicht zu unterschätzen ist. Sinnvolle Alternative zur Begiftung ist die Entrindung.

Geht von Resthölzern (Gipfelstücken, Astmaterial) nach Aufarbeitung eine Gefahr aus?

Ja - wenn eine erhöhte Kupferstecherdichte vorliegt, bergen diese Resthölzer ein enormes Gefahrenpotenzial.

Der Kupferstecher kann dieses Material über mehrere Monate als Brutraum nutzen. Ist es bereits befallen, so kommt es i.d.R. auch zur erfolgreichen Entwicklung der Brut und zum Ausschwärmen der Jungkäfer.

Da eine frühe Befallsdiagnose und damit gezielte Bekämpfung (wie beim Buchdrucker) hier nicht möglich ist, muss dem Kupferstecher unter allen Umständen bruttaugliches Material entzogen werden und die Population durch Beseitigung bereits befallenen Materials abgeschöpft werden.

Stellen die Bruten und Käfer in geschälter Rinde noch ein Risiko dar?

Von Larven, Puppen und sehr hellen Jungkäfern, die der mechanischen Zerstörung bei der Entrindung entgangen sind, geht keine Gefahr aus. Die geschälte Rinde trocknet aus und die Tiere können ihre Entwicklung nicht beenden.

Jungkäfer, die bereits ihren Reifefraß durchgeführt haben (dunkle Färbung), können ausfliegen und Befall verursachen. Dem kann man durch Aufwerfen von Rindenhaufen begegnen. In den Anhäufungen entstehen hohe Temperaturen und intensives Pilzwachstum, durch welche die Käfer abgetötet werden.

Eignet sich die Fangbaummethode als Bekämpfungsmaßnahme?

Fangbäume stellen sowohl im begifteten, wie auch im unbegifteten Zustand keine wirksame Bekämpfungsmethode dar.

  • Fangbäume können nur eine verhältnismäßig geringe Zahl von Käfern aufnehmen - der Aufwand für Fällung und Überwachung steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
  • Sie stellen, sobald sie von Borkenkäfern befallen wurden, eine gefährliche Lockstoff-Quelle mitten im Risikogebiet dar.

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es für Pheromonfallen?

Pheromonfallen eignen sich zur Überwachung von Borkenkäferpopulationen

  • Sie liefern Informationen über den Schwärmverlauf (Beginn, Höhepunkte) und damit Einblick in die Anzahl der Folgegenerationen.
  • Sie geben bei mehrjähriger Beobachtungszeit einen Eindruck davon, wie sich regional die Käferdichte entwickelt.

Wichtig ist dabei immer die sachkundige Auswahl des Fallenstandorts.

Ein Einsatz der Fallen zur Borkenkäferbekämpfung bringt keinen Erfolg.

Welchen Einfluss haben natürliche Feinde auf die Käferdichte?

Es gibt zahlreiche natürliche Feinde von Borkenkäfern, z.B. Räuber (Ameisenbuntkäfer, Jagdkäfer), Parasitoide (Erz-, Schlupfwespen), Krankheitserreger (Pilze, Viren etc.). Sie können in großer Zahl auftreten - jedoch ist ihr Einfluss i.d.R. nicht ausreichend, um den Zusammenbruch von Massenvermehrungen herbeizuführen.

Wann ist der günstigste Zeitpunkt für Pflege- und Holzerntemaßnahmen in Jahren mit erhöhtem Borkenkäferrisiko?

Bei Borkenkäfermassenvermehrung ist zu erwägen, solche Maßnahmen generell auszusetzen.

Andernfalls empfiehlt es sich, die Arbeiten möglichst im Spätsommer, nach Beendigung des Käfer-Schwärmfluges durchzuführen. Bei hoher Kupferstecherdichte muss besondere Sorgfalt auf die Vernichtung aller Resthölzer bzw. allen befallenen Materials verwendet werden (Verbrennen, Häckseln). Gipfelstücke, Äste und Reisigmatratzen nach Harvestereinsatz behalten über viele Monate ihre Bruttauglichkeit für den Kupferstecher.


Achtung bei Zeckenbissen - Borreliose früh erkennen

 

Eine halbe Million Menschen ist in Deutschland chronisch von Borreliose/ Lyme-Borreliose betroffen, meinen Selbsthilfeorganisationen. Wie viele jährlich neu erkranken, darüber gehen die Schätzungen stark auseinander. Das Robert Koch Institut geht von rund 60.000 Menschen aus. Auslöser dieser heimtückischen Infektionskrankheit sind Bakterien namens Borrelien.  Sie gelangen durch Zeckenbiss in die menschliche Blutbahn und ziehen sich schon bald nach der Infektion aus dem Blutkreislauf in das Gewebe zurück. Es kann jedes Organ, das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe befallen werden. Deshalb spricht man bei dieser Erkrankung auch von einer multisystemischen Krankheit. Wird die Borreliose nicht rechtzeitig erkannt, kann die Infektion chronische Gelenkbeschwerden verursachen, aber auch den Herzmuskel schädigen. Im Gegensatz zur ebenfalls durch Zeckenbiss übertragenen Frühsommermeningoenzephalitis, kurz FSME, kann man sich bisher noch nicht gegen Borreliose impfen lassen. Deshalb ist es besonders wichtig, die Krankheit frühzeitig zu erkennen. 

Zecken übertragen zweierlei Krankheiten. Neben den Borrelien, die Borreliose auslösen können, tragen die Zecken noch einen weiteren Krankheitserreger in sich: das so genannte FSME-Virus, das Frühsommermeningoenzephalitis verursachen kann.

 

Wo genau in Deutschlands kann man sich mit Borreliose infizieren?

 

Während das FSME-Virus nur in bestimmten Regionen zu finden ist, kommen die Borrelien-Bakterien überall vor.  Das heißt, egal wo Sie in Deutschland von einer Zecke gebissen werden, können Sie sich mit Borreliose infizieren.

Der Erreger der Lyme-Borreliose ist weltweit verbreitet. In Deutschland gibt es ein Süd-Nordgefälle bei der Durchseuchung des Holzbocks. Während in den nördlichen Bundesländern die Zecken nur etwa zwischen 6 % bis 10 % mit Borrelia burgdorferi durchseucht sind, liegt die Durchseuchungsrate im süd- und mitteldeutschen Raum bei etwa 20 % bis 30 %. Regional liegt die Quote der infizierten Zecken bei bis zu 50 %. Allerdings fehlen aktuelle und ausreichend flächendeckende Studien in Deutschland. Eine Durchseuchung mit Borrelien ist jedoch nicht mit einer Krankheitsübertragung gleichzusetzen. Denn die Zecke benötigt für die Übertragung der Borrelien – anders als bei dem FSME-Virus – einige Zeit. Die Angaben darüber schwanken zwischen 6 und 48 Stunden. Fest steht jedoch: Je länger eine borreliendurchseuchte Zecke gesaugt hat umso höher ist das Risiko einer Übertragung. Ein Teil der Infektionen erfolgt aber auch durch das unsachgemäße Entfernen der Zecke, wenn diese gequetscht wird.

 

Wo leben die Zecken und wer ist gefährdet?

 

Auf Zecken trifft man hauptsächlich in lichten Wäldern, wo sehr viele Farne, Büsche und Gräser wachsen. Zecken lassen sich nicht, wie häufig gedacht wird, von hohen Ästen fallen, sondern springen den Menschen an. Man kann sie auch versehentlich von Gebüsch und Gräsern abstreifen, wenn man etwa Beeren oder Pilze sammelt oder auch einfach nur im Garten arbeitet, denn auch dort finden sich Zecken.

 

Die für den Menschen gefährlichen Zecken brauchen mildes Klima und hohe Luftfeuchtigkeit. Sie leben in Erdbodennähe, vorzugsweise in feuchtem Laub. Aktiv werden Zecken bei Temperaturen über 10 ° C, also normalerweise vom Frühjahr bis zum Herbst. Der Lebensraum der Zecken sind Sträucher, Büsche und Gräser in Wäldern und Wiesen, Parks und Gärten, überall dort, wo es ihre Wirte gibt: Nagetiere, Vögel, Igel, Reh- Rotwild - auch Menschen und seine Haustiere.

Hat die Zecke einen Wirt erwischt, sucht sie nach einer geeigneten Stelle zum Stechen. Der Stichvorgang in die Haut des Wirtes dauert etwa 10 Minuten. Die Sägezähne am Saugrüssel verankern diesen im Stichkanal. Dabei sondert die Zecke Speichel ab, der die Einstichstelle betäubt, die Blutgerinnung hemmt und das Gewebe des Wirtes auflöst. Der Vorgang bleibt vom Opfer meistens unbemerkt. Hat die Zecke ihren Saugrüssel verankert, beginnt der Saugakt, bei dem winzige Portionen über Tage hinweg aufgenommen werden. Um möglichst viel Nahrung aufzunehmen, wird das Sauggut im Zeckendarm eingedickt. Flüssigkeit wird unter Beigabe von Speichel in die Wunde zurückgepumpt. Damit gelangen auch Krankheitserreger aus Speicheldrüse und Darm der Zecke in den Wirt - Borrelien, FSME-Viren, Rickettsien, u.a. Vollgesogene Zecken lassen sich vom Wirt fallen und ziehen sich wieder ins feuchte Erdreich zurück.

 Einen Garten oder ein Waldstück auf Zeckenbefall zu überprüfen, ist einfach: Man streife ein weißes Handtuch über das Gras. Die durch ihre Widerhaken zwangsläufig anhaftenden Zecken (Adulte und Nymphen) sind auf dem hellen Tuch leicht zu erkennen. Der Anblick einiger Zecken sollte Ihnen nicht die Freude an der Natur nehmen. In einigen Fällen kann es ratsam sein, einige Zecken vom eigenen Grundstück auf die Trächtigkeit mit Krankheitserregern (Borrelien) in einem Labor untersuchen lassen. Der großflächige Einsatz von Insektiziden gegen Zecken hat sich übrigens nicht bewährt.  

Vorsichtsmaßnahmen - Was kann man tun?

 Man sollte auf eine solide Kleidung achten: Also, zum Beispiel nicht barfuß durch den Wald gehen, sondern halbhohe Schuhe tragen. Guten Schutz bieten feste Hosen, wie etwa Jeans. Aber dennoch kann es passieren, dass eine Zecke ein "Schlupfloch" auftut und zubeißt. Insekten abweisende Cremes können ebenfalls hilfreich sein, aber einen wirklich umfassenden Schutz gibt es nicht. Die Wirksamkeit dieser auf die Haut aufgetragenen Zeckenschutzmittel liegt zwischen 4-6 Stunden. Die Stiftung Warentest hat im April 2001 folgende Zeckenabwehrmittel mit "gut" bewertet: Autan, Nexa Lotte, Taosis, Zanzarin. Die Mittel schrecken auch andere blutsaugende Insekten ab.  

Wie entfernt man Zecken am besten?

 

In der Haut fest sitzende Zecken sind mit ihrem Stech-Saugrüssel dübelartig in der Haut verankert. Man sollte die Zecke - sobald man sie entdeckt - schnellstmöglich entfernen. Ziehen Sie mit geringer Zugspannung gerade und gleichmäßig wie beim Ablösen eines Klebeetiketts, am besten mit einer Zeckenzange oder aber mit einer Pinzette oder im Notfall mit den eigenen Fingernägeln. Dem viel zitierten Tipp, die Zecke links oder rechts herum rauszudrehen, sollte man nicht folgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass noch keine Übertragung von Borrelien stattgefunden hat, ist in den ersten sechs Stunden recht groß. Die Übertragung der Bakterien erfolgt meist erst, wenn die Zecke ziemlich viel Blut gesaugt hat, also nach sechs Stunden oder noch später. Außerdem ist nicht jede Zecke mit Borrelien infiziert.

Auf keinen Fall sollte man die Zecke und die Bissstelle mit Öl, Benzin oder sonstigen Substanzen bedecken, weil Zecken im Todeskampf vermehrt Borrelien abgeben und damit die Gefahr einer Infektion steigt.

 

Wollen Sie eine Zecke von einem Arzt entfernen lassen, ist der Zeitverlust zu bedenken und die Tatsache, dass nicht jeder Arzt im Zeckenentfernen geübt ist.

 

Dokumentieren Sie jeden Zeckstich durch Aufkleben der Zecke auf ein Heftpflaster, auf das Sie Ihren Namen und das Datum schreiben.

Berufstätige sollten jeden Stich beglaubigen lassen.

 

Borreliose ist eine heimtückische Krankheit. Nur vage können die Ärzte bestimmen, wann sich die ersten Anzeichen einer Infektion zeigen werden. Manchmal bleiben sie ganz aus. Dennoch gibt es typische Alarmsignale. Wer häufig in den Wald geht oder sonst viel im Freien unterwegs ist, sollte wissen, worauf er zu achten hat, denn je eher die richtige Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie.

Eine direkte Übertragung der Borrelien von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt, d. h. erkrankte Personen sind nicht ansteckend. Dagegen besteht bei einer infizierten Frau in der Schwangerschaft die Gefahr von Totgeburten oder der Schädigung des ungeborenen Kindes. Eine Übertragung durch Blutprodukte ist zwar grundsätzlich möglich, wird aber bislang als unwahrscheinlich angesehen. Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts ist die Borreliose nicht sexuell übertragbar. Genügend aussagekräftige Studien fehlen hierzu jedoch.

 Welche äußeren Anzeichen lassen auf Borreliose schließen?

Nach einem Zeckenbiss sollte man den Einstichpunkt beobachten. Fast immer wird dort eine kleine Rötung zu sehen sein, weil jeder Zeckenbiss eine Irritation der Haut darstellt. Die Rötung verschwindet jedoch schnell wieder. Wenn man jedoch infiziert ist, dann taucht nach etwa fünf bis zehn Tagen, manchmal auch erst nach 14 Tagen, an der Einstichstelle erneut eine Rötung auf, die sich dann ausbreitet: die so genannte Wanderröte (Erythema migrans)

Sie tritt jedoch nur in etwa 50 % der Neuerkrankungen auf. 

Wenn Sie über die Möglichkeit verfügen, dann fotografieren Sie die Rötung und dokumentieren Sie den Verlauf - das kann später nützlich sein, wenn Sie beispielsweise mit Ärzten sprechen, nachdem die Rötung wieder abgeklungen ist. In diesem Stadium muss man unbedingt zum Arzt gehen. Der wird Antibiotika verschreiben und damit ist die Infektion meist behoben.  Warum ist Borreliose so schwer zu diagnostizieren?

Manchmal liegen zwischen der sich ausbreitenden Rötung und dem Zeckenbiss schon Wochen, so dass sich die Menschen gar nicht mehr daran erinnern. Diese Wanderröte sollte jedoch immer als Alarmsignal bewertet werden, denn wird in diesem Anfangsstadium die Borreliose durch die Gabe von Antibiotika nicht wirklich erfolgreich bekämpft, besteht die große Gefahr, dass nach einiger Zeit gravierende Sekundärsymptome auftreten.

 

Das sind zum Beispiel Kopfschmerzen, neurologische Symptome bis hin zu Lähmungen. Es können Gelenkbeschwerden auftreten, aber auch Herzbeschwerden und vieles mehr. Selbst nach Monaten und Jahren kann es noch zu Symptomen kommen, die schwer als Borreliose zu diagnostizieren und schwierig zu behandeln sind. Ein Beispiel dafür sind chronische Gelenkentzündungen.

In der Regel äußert sich eine Lyme-Borreliose nicht in unklaren Befindlichkeitsstörungen, sondern es treten schwere Erkrankungen auf, die sich im Laufe der Jahre zunehmend verschlimmern. Allerdings sind symptomfreie längere Latenz-Zeiten möglich. Ein Rückgang der Symptome ist deshalb nicht mit einer Erregereliminierung gleichzusetzen.

 Lässt sich Borreliose im späten Stadium noch gut diagnostizieren?

Mit Einschränkungen. Ärzte werden bei Patienten mit chronischen Gelenkentzündungen häufig den Verdacht haben, dass eine Borreliose ursächlich sein könnte. In solchen Fällen wird dann ein Blutbild gemacht und es werden die Antikörper gegen Borreliose gemessen. Allerdings haben viele Menschen Borreliose-Antikörper, weil eben viele Menschen im Laufe ihres Lebens mit Borrelien in Verbindung gekommen sind. Man kann also eigentlich nur davon ausgehen, dass es tatsächlich eine Borreliose ist, wenn sich der Spiegel der Antikörper noch einmal verändert und kräftig ansteigt oder kräftig zurückgeht. Aber wenn man Gelenkbeschwerden hat und keine andere Ursache gefunden wird, wenn man zudem einen hohen Borrelientiter hat , also viele Anzeichen für Borrelien im Blut, dann empfiehlt es sich sehr, noch einmal massiv Antibiotika zu geben, um so zu versuchen, die Borreliose zu heilen.

 

Laboruntersuchungen des Blutes helfen in schwierigen Fällen die Diagnose zu sichern, sind jedoch aus verschiedenen Gründen unzuverlässig. Letzte Zweifel darüber, ob eine Borreliose vorliegt oder nicht, können sie nicht ausräumen. Das gilt grundsätzlich für alle Stadien der Borreliose. Für den Patienten gefährlich sind insbesondere die falsch negativen Laborergebnisse, die trotz tatsächlich vorhandener Borrelieninfektion "nichts finden". Eine weitere Blutuntersuchung in einem anderen Labor führt häufig zu ganz anderen Ergebnissen.

-> Ein großes Problem bei der Feststellung der Borreliose ist die laborchemische (serologische) Unterscheidung zwischen einer abgeheilten Borreliose (Seronarbe) von einer noch aktiven therapiebedürftigen Borreliose. Es kommt deshalb nach wie vor zu falsch negativen und falsch positiven serologischen Befunden. In der Serologie werden in der Routinediagnostik Antikörpertests eingesetzt. Manche Labors führen auch einen Immunfluoreszenztest (IFT) durch. Solche Tests können nur die Antikörper messen, d.h. feststellen, ob ein Erregerkontakt stattgefunden hat oder nicht. Es ist jedoch durch diese Verfahren nicht möglich, den Krankheitsverlauf einer Borreliose zu kontrollieren. Deshalb ist auch nicht möglich, aufgrund der serologischen Ergebnisse nach einer Behandlung mit Antibiotika festzustellen, ob diese wirksam waren und die Borreliose nun ausgeheilt ist. Hinzu kommt, dass die einzelnen Testverfahren nicht standardisiert sind und eine unterschiedliche Spezifität und Sensitivität aufweisen. Bei sehr sensitiven Tests besteht oftmals das Problem von sogenannten Kreuzreaktionen. Das bedeutet, der Test zeigt ein positives Borrelien-Ergebnis an, der Betreffende hat aber keine Borreliose. Das wird durch andere Erreger verursacht. Genauso kommen falsche negative Ergebnisse vor. Die Serologie ist vor allem in den frühen Phasen nicht zuverlässiger als 50 %. Neuere Tests sollen inzwischen eine etwas höhere Zuverlässigkeit aufweisen, die mit einer Sensitivität von ca. 70 bis 80 % angegeben wird. Allerdings sind dies Angaben der jeweiligen Labors, die nicht überprüft wurden. Es werden gerade in der Frühphase viele Borreliose-Fälle übersehen, da innerhalb der ersten Wochen noch keine messbaren Antikörperspiegel gegen Borrelienantigene gebildet werden (sogenannte diagnostische Lücke = Zeitpunkt von der Infektion bis zur ersten Antikörperproduktion). Daher sollte in Frühstadien nicht das Ergebnis einer Blutuntersuchung abgewartet werden, sondern unverzüglich bei entsprechendem klinischen Verdacht antibiotisch therapiert werden, da bei frühzeitiger Behandlung die Heilungschancen am größten sind. Eine sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) muss sofort behandelt werden. In späteren Stadien ist die Sensibilität der serologischen Testmethoden (ELISA) in der Regel höher. Sie soll im zweiten Stadium bei etwa 70% bis 90% liegen. Bei einem Verdacht auf eine manchmal klinisch wenig spezifische Neuroborreliose ist in der Regel eine Liquoruntersuchung angezeigt. Allerdings kann es hierbei bei ca. 30 % zu falschen negativen Ergebnissen kommen. Im Frühstadium der Neuroborreliose ist oftmals noch keine Infektion mit Borrelien nachweisbar. Auch wenn lediglich eine Beteiligung peripher Nerven vorliegt, kann die Liquordiagnostik negativ sein. Die Zuverlässigkeit der Liquordiagnostik ist auch von der Erfahrung des Labors, zugrunde gelegten Kriterien für die Auswertung, Präparationszuverlässigkeit sowie den verwendeten diagnostischen Verfahren abhängig. In Deutschland sind zahlreiche Borrelien-Serologien mit unterschiedlichen Antigenkompositionen auf dem Markt, die eine große Bandbreite hinsichtlich der Sensitivität und Spezifität aufweisen. Deshalb kann es vorkommen, dass mit einem Test negativ und mit einem anderen positive Ergebnisse festgestellt werden. Es besteht weder eine Genehmigungspflicht für die Borrelien-Serologie, noch ist eine Teilnahme an Ringversuchen verpflichtend. In einigen spezialisierten Labors und Instituten wird bei positiver Serologie und fraglicher Erregeraktivität der LTT (Lymphozytentransformationstest) durchgeführt. Dieser Test gehört seit 2005 zu den in Deutschland akkreditierten Laborverfahren zum Nachweis zellulärer T-Zellreaktivitäten. Ein positives Ergebnis deutet auf Borrelien-spezifische T-Zellen im Blut hin und unterstützt den klinischen Verdacht auf eine aktive Borreliose. Dass wirklich eine enge Korrelation zwischen einem positiven LTT und der Krankheitsaktivität besteht, ist allerdings bislang in größeren klinische Studien nicht untersucht. Der LTT wird seit April 2006 von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr übernommen.  Die Borreliose kann, ähnlich wie die Syphilis, eine Vielzahl von Erkrankungen „imitieren“. Wichtig ist bei neurologischen Beschwerden die zuverlässige Abgrenzung gegenüber einer multiplen Sklerose, um eine schwerwiegende Fehlbehandlung mit Steroiden anstatt mit Antibiotika zu vermeiden. Bei Gelenkentzündungen kommen die aktivierte Arthrose, die rheumatoide Arthritis und andere Gelenkentzündungen in Frage. Eine Abgrenzung der Lyme-Enzephalopathie von einem Chronic-Fatigue-Syndrom ist häufig schwierig.  Lässt der Zeitfaktor eine Abgrenzung zu?

Nicht unbedingt. Beide Infektionen können nach 14 Tagen Inkubationszeit ausbrechen. Es kann aber sowohl bei der FSME als auch bei der Borreliose wesentlich mehr Zeit zwischen dem Zeckenbiss und dem Auftreten von Symptomen vergehen. Die einzige zuverlässige Abgrenzungsmethode ist das Messen der Borrelientiter im Blut.

 Drei Stadien - eine Krankheit: Der Verlauf der Borreliose

 

Man unterscheidet bei Borreliose drei Stadien der Krankheit.

 1. Wanderröte /Lokalinfektion

Im ersten Stadium tritt die Wanderröte auf oder unterbleibt eben heimtückischerweise. Es können gleichzeitig grippeähnliche Symptome auftreten wie Gliederschmerzen oder Müdigkeit und Fieber. Diese Beschwerden klingen wieder ab.

 2. Neurologische Beschwerden / Streuung der Erreger

Im zweiten Stadium sind es hauptsächlich neurologische Symptome. Die zeitlichen Angaben hierzu sind sehr vage. Man sagt, die Symptome können Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss auftreten. In diesem Stadium kann auch eine Hirnhautentzündung dazukommen, die teilweise sehr quälende Kopfschmerzen bewirkt. Auch Lähmungen sind möglich. Dieses Stadium kann Wochen, teilweise auch Monate andauern. Dann ist es aber meistens ausgestanden. Auch in diesem Stadium kann man mit Antibiotika sehr gut therapieren.

  3. Chronische Beschwerden

Zwischen dem dritten Stadium der Krankheit und dem Zeckenbiss können Monate, aber auch Jahre liegen. Es kann zu Veränderungen in den Gelenken kommen. Es können Entzündungen auftreten, meistens nur an einem Gelenk, unter Umständen sind aber auch manchmal mehrere Gelenke betroffen. Borreliose kann in diesem Stadium zudem chronische Hautentzündungen oder chronische Erkrankungen des Nervensystems und sogar des Herzbeutels und des Herzmuskels auslösen. Das sind sehr schwer zu therapierende Krankheitsbilder.

 Kann Borreliose tödlich verlaufen?

Wenn sie Herzrhythmusstörungen verursacht, dann ja. Es hat auch schon Todesfälle wegen Hirnhautentzündung gegeben.

 Wie häufig sind derart schwere Borreliose-Erkrankungen?

In Deutschland glücklicherweise sehr selten. Zwar infizieren sich jedes Jahr circa 60.000 Menschen in der Bundesrepublik mit Borreliose, meistens kann die Krankheit jedoch in den ersten beiden Stadien erfolgreich behandelt werden.

Bisher gibt es gegen Borreliose noch keinen Impfstoff. Derzeit steht nur die konventionelle Therapie mit Antibiotika zur Verfügung. Während im ersten Stadium der Krankheit eine Antibiotikabehandlung meist schon innerhalb von wenigen Tagen anspricht, ist die Behandlung bei einem späteren Verlauf der Krankheit langwieriger.

 Wie therapiert man Borreliose in einem fortgeschrittenen Stadium?

Glücklicherweise reagieren Borrelien sehr gut auf bestimmte Antibiotika, auch in einem fortgeschrittenen Stadium. Ist nun die Infektion bereits seit Monaten im Körper, muss eine sehr massive Antibiotikatherapie durchgeführt werden - mit entsprechend hohen Dosen. Einige Zeit nach einer erfolgreichen Antibiotika-Therapie wird man per Blutuntersuchung die Borrelientiter noch einmal untersuchen; also nachschauen, wie viele Hinweise auf Borreliose-Bakterien sich noch finden lassen. Wenn der Titer langsam sinkt, kann man wieder beruhigt sein.

 Impfung - BorrelioseBisher gibt es noch keinen Impfstoff gegen Borreliose, aber man arbeitet daran. Große Hoffnungen wurden auf einen in den USA entwickelten Impfstoff gegen Borreliose gesetzt. Der Impfstoff wurde inzwischen von der Herstellerfirma freiwillig vom Markt genommen. Schuld waren schlechte Verkaufszahlen und Spekulationen über mögliche Nebenwirkungen der Impfung. Konkrete Hinweise auf eine durch die Impfung ausgelöste Autoimmunreaktion und Gelenksentzündung fehlen jedoch bisher. An wirksamen Impfstoffen gegen Borreliose wird weiter weltweit mit Hochdruck geforscht. 

Gibt es andere Möglichkeiten sich vor Borreliose zu schützen?

Nein, weitere Schutzmöglichkeiten gibt es derzeit nicht. Übrigens: Vor Tipps, denen zufolge man nach einem Zeckenbiss prophylaktisch Antibiotika gegen Borreliose einnehmen soll, ist zu warnen. Das sollte man auf keinen Fall tun. Prophylaktische Antibiotikagaben können Resistenzen auslösen.

Es können jedoch aus der Haut entfernte Zecken im Labor auf Borrelienhaltigkeit untersucht werden. Werden dann Borrelien gefunden, wird wegen des erhöhten Infektionsrisikos eine vorsorgliche Antibiotikagabe über zehn Tage empfohlen.

 

Also: Die Wanderröte durch den Arzt behandeln lassen! Damit ist man auf der sicheren Seite!

 

Nach einer durchgemachten Borreliose besteht allerdings keine Immunität.

  FSME und Borreliose: Wo sind die Unterschiede?

Bei einer Infektion mit FSME-Viren tritt keine Wanderröte auf. Zehn bis zwölf Tage nach dem Zeckenbiss kann es bei FSME zu einer Entzündung der Gehirnhäute und des Gehirns kommen. Das heißt: stärkste Kopfschmerzen, teilweise Lähmungen, teilweise Verwirrtheit. Es gibt leider auch bei der Borreliose solche Symptome im Bereich des Gehirns, aber bei der Borreliose tritt meistens zu Beginn die Wanderröte auf.

 

FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) / Zecken-Hirnhautentzündung 

Bekannteste und am besten erforschte europäische durch Zecken übertragene Erkrankung. Erreger ist ein Virus. Die Verbreitung ist auf bestimmte Gebiete begrenzt (in Deutschland Teile von Baden-Württemberg, Südhessen und von Bayern). Karten der FSME-Endemiegebiete (als Prospekte der FSME-Impfstoffhersteller) gibt es in jeder Apotheke. Die meisten der jährlich etwa 300 Erkrankungsfälle in Deutschland verlaufen harmlos. Es gibt jedoch auch gravierende Fälle, vereinzelt sogar Todesfälle. Bei längerem Aufenthalt in FSME-Endemiegebieten ist die FSME-Schutzimpfung- als einziger wirksamer Schutz- ratsam.  Fast alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung bei Reisen oder Aufenthalten in den deutschen Risikogebieten. Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.  

 

Anders als der Name Frühsommer-Meningoencephalitis es vielleicht vermuten lässt, kann man sich nicht nur im Frühsommer mit dem Virus infizieren, denn Zecken beginnen schon bei einer Temperatur von etwa 10 Grad Celsius, aktiv zu werden.

Das FSME-Virus löst Erkrankungen aus, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Meningoencephalitis - der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten -einhergehen. Da es sich um einen Virus handelt, lässt sich die Grunderkrankung nicht mit Antibiotika heilen, es ist nur möglich, einzelne Symptome zu lindern.

 

Übertragen wird die Krankheit durch den Stich einer infizierten Zecke. In Europa lassen sich - im Gegensatz zur Lyme-Borreliose - für die FSME flächenhafte Endemiegebiete abgrenzen. Die Durchseuchungsrate der Zecken mit dem FSME-Virus schwankt je nach Risikogebiet und Nachweismethode zwischen 0,1 % und 5 %. Die Einteilung in Risikogebiet und Nichtrisikogebiet darf aber nicht dazu verleiten, außerhalb dieser Gebiete keine Infektionsgefahr zu vermuten, denn das Virus kann durch Verschleppung von infizierten Zecken (z.B. durch Vögel, Rehwild) auch in bisher virusfreie Regionen eingeführt werden. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Zeckenstich an einer FSME zu erkranken, ist nur sehr schwer abzuschätzen

FSME-Infektion  

Phase 1 Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit zwischen Infektion (Zeckenstich) und Auftreten erster klinischer Symptome, liegt durchschnittlich zwischen 5 und 14 Tagen. Die erste Phase der Erkrankung kann bis zu einer Woche dauern und beginnt mit grippeähnlichen, unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Schnupfen. Diese Symptome ähneln sehr einer Sommergrippe.  

Phase 2 Etwa bei jedem dritten Patienten kommt es, nach einer anschließenden, beschwerdefreien Phase (Dauer: Durchschnittlich eine Woche), zu einem zweiten Krankheitsschub. Diese zweite Phase der Erkrankung ist gekennzeichnet durch neurologische Symptome und beginnt meist abrupt mit heftigen Kopfschmerzen und einem deutlichen Fieberschub. Der Erreger kann Infektionen der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks verursachen. Von den betroffenen Patienten erleidet ca. jeder Zehnte dauerhafte Schäden wie Lähmungen, Koordinationsstörungen und ernsthafte psychische Veränderungen. Etwa 1 % der Erkrankten verstirbt. Je älter der Patient, desto schwerer verläuft in der Regel die Krankheit.  

Behandlung

Es bestehen keine Möglichkeiten der ursächlichen (kausalen) Therapie, spezifische antivirale Medikamente existieren nicht. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, ist nur eine symptomatische, auf die Linderung einzelner Symptome konzentrierte Therapie möglich. Der sicherste Schutz gegen FSME ist die Impfung.

Immunität

Nach dem derzeitigem Wissensstand, geht man von einem langjährigen Immunschutz aus, wenn eine Person eine bestätigte FSME-Erkrankung (Antikörpernachweis und /oder Virusnachweis) durchgemacht hat. Es liegen nach Angaben des Robert Koch-Instituts allerdings nur wenige Erfahrungen vor, wie lange der Immunschutz nach Erkrankung ohne erneuten Kontakt mit dem Erreger anhält. Der Impfschutz sollte bei anhaltendem Infektionsrisiko je nach Alter alle 3 bzw. 5 Jahre aufgefrischt werden.

      


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